Des Menschen Bestimmung ist, für das Wohl der Gemeinschaft, deren Mitglied er ist,

zu arbeiten.

Friedrich II.  (Friederich der Große)       24. Januar   1712   bis   17. August 1786  

Fortschrittliche Innenpolitik,

Vorausschauende Schul- und Kulturpolitik,

Gleichheit vor dem Gesetz  auch  für den Adel.

Preußen praktizierte eine hohe politische Kultur und pflegte einen Staatsgedanken, der auf dem Christentum und der Aufklärung beruhte.

Friedrich der Große schuf mit Preußen den ersten großen Staat, in dem Religionsfreiheit herrschte – und nicht nur Toleranz. ´

In keiner europäischen Hauptstadt findet sich an derart prominenter Stelle – dem Forum Fridericianum nämlich – die große Kirche der Minderheit, die katholische St. Hedwigs Kathedrale zudem als Bistumskirche.

Sein Vater führte 1717 die allgemeine Schulpflicht ein – und zwar für Jungen und für Mädchen. Damit war Preußen das erste europäische Land mit allgemeiner Volksbildung weit vor Frankreich (1880) und England (1884).

1810 verband die Friedrich- Wilhelm-Universität, die erst 1950 unter der stalinistischen SED zur Humboldt Universität wurde, Forschung und Lehre. Im 19. Jhdt. war sie Modell für die heutigen Elite-Universitäten in den USA.

Unter Friedrich wurde als erstem Land in der Welt überhaupt die Folter abgeschafft und Gleichheit vor dem Gesetz eingeführt, dem sich der König selbst unterwarf und was der Adel zu ertragen hatte.

Damit wurde Preußen zum ersten modernen Rechtstaat. Ohne dieses in Preußen sich entwickelnde Gedankentum ist Immanuel Kant (* in Königsberg am 22. April 1724   und daselbst am  12. Februar 1804) als der Aufklärungsphilosoph, der über die Philosophie von Humes (1711 bis 1776) hinausführte, nicht denkbar.

Und, was auch gerne vergessen wird:  Friedrich der Große hob 1772 die Zensur auf - und das etliche Jahre vor der französischen Revolution, ebenso wie die

Feststellung aus seinem Antimachiavell, den er etwa 1736 (mehr als 40 Jahre vor dem französischen Ereignis!) verfaßte:

"Mir scheint, daß, wenn von der Geschichte des menschlichen Geistes die Rede ist, aller Unterschied des Standes und des Ranges verschwindet! Die Könige sind nur Menschen, und alle Menschen sind gleich."

Heute dagegen :

Was wird heute in Deutschland nicht alles diskutiert?

Für welche Sachfragen gibt es heute keinen Sachverständigenrat?

 Welche Schulpolitik soll es denn nun sein? Die sich an Ideologien ausrichtet oder die der wirklichen Wissensvermittlung dient?

 Sind „Sekundärtugenden“ verwerflich?              Dürfen wir überhaupt Eliten haben?

 Oder werden von unserer Gesellschaft nur Sport-, Positions- und Funktionseliten ertragen?

Fragen über Fragen! Weitsichtige Regenten hatten früher auf alles eine Antwort, hatten Mut und sie handelten - s. Friedrich, den Großen - und das vor allem gegen den Widerstand vieler mächtiger Einflußkreise.

 Es sollte weniger über die Symptome lamentiert werden, sondern es sollte vor allem wieder mehr über die Ursachen gesprochen werden. Und es sollte mehr Bewußtsein für Geschichte entwickelt werden - ein Bewußtsein, daß sich nicht allein an dem Augenblick orientiert.

 Vor allem aber sollten wir uns wünschen, daß die Anstrengungen zu Reformen über die Parteigrenzen hinweg wirklich nachhaltig verstärkt werden, damit endlich die Konjunkturerholung so eintritt, wie sie uns in der Vergangenheit immer vorausgesagt wurde.

Es sollte in unser Bewußtsein zurückkehren, daß Schlagworte jedes noch so intensiv auf sachkundiges Wissen abgestellte Argument banalisieren und damit die Anfälligkeit für Ideologien erhöht wird, wie es derzeit wieder mit dem Begriff soziale Gerechtigkeit vorexerziert wird..

Brandenburger Tor

Hedwigskirche

Begrüßung und Thema des Monats

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letzter Stand :  31. Juli 2005

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