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Seine Individualität ist unser Programm

Carl Spitzweg war von seiner Ausbildung  Apotheker und lebte  (geb. am 5. Februar 1808)  bis zu seinem Tode (am 23. September 1885) in seiner  Heimatstadt München.

Schon früh widmete sich Spitzweg, dem viele Attribute mitgegeben wurden, der Malerei. Er, der Sonderling, der Malerhumorist des Biedermeiers, der Wandernde und Reisende, der unermüdlich Suchende, nutzte sich jede ihm bietende Möglichkeit, das festzuhalten, was sein kritisches Auge gefangen nahm. Die umfangreiche Skizzensammlung , in der seine Eindrücke nachzuvollziehen sind, setzt sich aus mehr als 6.000 Blatt zusammen. Und auch seine vielen Studien in Öl auf den verschiedensten Materialien (Papier, Pappe, Karton, Holz, Leinwand, Bütten) zählen nach Hunderten. Und trotz seines äußerst vielgestaltigen Werkes blieb Carl Spitzweg ein überaus bescheidener Künstler. Dies war um so bemerkenswerter, als dieser Schöpfer der skurrilen, einsiedlerhaften Menschen durch seine Erbschaften, die er durch geschickte Anlagemanöver zu mehren wußte, eine in jeder Beziehung unabhängige Persönlichkeit blieb.

Das  Bild zeigt Carl Spitzweg zeichnend an seiner Staffelei und wurde gemalt von seinem Freund Eduard Grützner im Jahre 1884.

Seine meist humorvoll gesehenen  Typen und überaus pittoresken Szenen der Welt des Biedermeier scheinen seine Werke zu beherrschen. Und doch ist Carl Spitzweg ein Maler, der sich zum weitaus größeren Teil der Landschaft widmete. Er ist ein Meister der geometrischen Konfiguration, die in gleichem Maße das Format des Bildes zur Unterstreichung der inhaltlichen Aussage nutzte.

Daß in seiner Zeit die Photographie Einzug in die Welt der abbildenden Kunst hielt, muß mit als ein wesentliches Element im Wandel und bei der Entwicklung der Malerei von der rein bildhaft realgebundenen Wiedergabe zu den verschiedensten nachfolgenden Stilrichtungen verstanden werden.

So ist Carl Spitzweg auch in diesem Zusammenhang zu sehen.

Von seinen Auslandsreisen, die ihn quer über den europäischen Kontinent führten - so zählte London ebenso zu seinen Zielen wie Brüssel, Rom 1832 und Venedig - war der Aufenthalt in Paris 1851 sein wichtigster. Angeregt durch seine  Kontakte  mit

Eugène Delacroix (1798 - 1863)

und    Narcisso Diaz de la Pena (1808 - 1876)

fand er schließlich zu einer  fast impressionistischen Malweise.

In der so herrlich gestalteten und nun wiedereröffneten

Alten National Galerie “     in Berlin

findet sich mit den folgenden Bildern eine exzellente Wiedergabe als charakterisierendem Querschnitt seines künstlerischen Schaffens :

Engländer in der Campagna    um 1835

Straße in Venedig    um 1850

Badende Frauen     um  1851

Der Herr Pfarrer als Kakteenfreund     1856

Badende Frauen am Meer bei Dieppe    um 1857 / 60

Lesender Klausner    1870/79

Drachensteigen     um 1880 - 85

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letzter Stand :  28. Januar 2002

© :  bu-isy 2000

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